Treffen mit Internetbekanntschaft im Spreewald
vom 1. bis 2. August 2002

Durch das Internet bzw. durch die Störche haben wir uns kennengelernt: Gisela kam aus Hürth und ich aus Berlin angereist. Wir wohnten in Biebersdorf in der Pension zum Storchennest).

Gisela hat diese Pension ausgesucht, da das auf dem Grundstück befindliche Storchennest auch im TV zu sehen war. Wir hatten eine schöne Unterkunft, gutes Frühstück und eine Terrasse zum Entspannen.

Erst am nächsten Morgen konnte ich die zwei "Haus-Störche" begutachten. Zuerst war nur der Storchenmann zu sehen, bald danach flog auch die Storchendame auf den Horst, die mit Geklapper begrüßt wurde. Da die beiden keine Jungen haben, sind sie tagsüber meist auf den nahegelegenen Wiesen zu finden.

In dieser urgemütlichen Pension wurde man auch morgens vom Hahn geweckt. Leider hat sich der angehende junge "Wachhund" an seinen Zwinger noch nicht gewöhnen können und jaulte abends und in den frühen Morgenstunden (es war fast nicht auszuhalten!) Die kleine schwarze Katze war das Kind der gescheckten Katzenmutter und sie trainierte unaufhörlich, um später einmal eine gute Mäusefängerin zu werden.
Erfreut war ich darüber, dass ich den hier abgebildeten Schmetterling "Taubenschwänzchen" auf dem Balkon der Pension gesehen habe; er fliegt wie ein Kolibri und nimmt genauso die Nahrung zu sich während des Fluges.

Gleich nach unserer Abfahrt von der Pension in Richtung Lübben kamen wir an eine Wiese, auf der drei Störche Futter suchten. Auf der anderen Seite pflügte ein Bauer seinen Acker um, und natürlich gab es hier auch Störche, die nach Nahrung suchten. Es war ein heißer Tag, die Erde war trocken und staubig (wie man beim rechten Bild sehen kann). Wir mußten gleich Aufnahmen machen!

Und immer begegneten wir Storchennester auf unserem Weg in Richtung Lübben. Unser erstes Ziel war die Kanow-Mühle in Sagritz. Wie vor 100 Jahren wird hier Leinöl hergestellt und eine Gaststätte lädt zum Verweilen ein. An diesem Tag waren wir die einzigen Gäste. Eine Ruhe, eine Idylle und Beschaulichkeit in einer intakten Natur. Und wir hatten uns viel zu erzählen!!

Unser Hauptziel war Vetschau, jedoch wollten wir auf der Fahrt dorthin über kleine Seitenstraßen die Gegend bewundern und noch einen Abstecher nach Freesdorf machen. Gisela las in der Regionalzeitung, dass man auf einen hohen Beobachtungsposten steigen kann und von oben bereits Kraniche zu sehen sein sollen. Gesagt - getan: Wir stiegen den Turm hoch und konnten von Ferne auch einige Kraniche sichten. Wahrscheinlich ist dies mehr ein Schlafplatz für Kraniche und gegen Abend wird ein Beobachter mehr Erfolg haben.

Ein herannahendes Gewitter veranlaßte uns die Fahrt fortzusetzen in Richtung Vetschau. Es war ein sehr heftiges Unwetter, die Straßen waren schnell überflutet und wir überlegten, den nächsten Ort anzufahren, um in ein Lokal zu gehen, bis das Gewitter vorüber ist. Aber als wir zum nächst größeren Ort ankamen, ließ der Regen nach und kurz darauf war alles vorbei.

Uns begrüßten in Vetschau die drei Storchenkinder, sie standen im Horst und warteten bereits seit heute morgen (wie uns später die NABU-Mitarbeiterin erzählte) auf Futter vom Elternstorch. Gisela sah nun das erstemal das Internetnest live. Pflicht war, in das NABU zu gehen und sich dort umzusehen.

Ich wurde von einer netten jungen Dame gefragt, ob sie mir helfen könne und als Gisela in der Zwischenzeit die ausgedruckten Gästebuch-Eintragungen sah und mir zurief: "Natty, Du stehst hier ganz oben auf der Liste!", da wurde ich sehr freundlich und überschwenglich begrüßt, ("Ach, Sie sind Natty!") Auch der sofort herbeigeholten Kollegin war ich nicht ganz unbekannt. Beide NABU-Mitarbeiterinnen haben ein umfangreiches Wissen um das Nest und die Störche. Meine Fragen um die gefährlichen Strommasten wurden mir ausreichend erklärt - nun habe ich gesehen, wie großvogel-gesicherte Strommasten sein sollten. Danke an dieser Stelle für die freundliche Aufnahme und die informativen Aufklärungen der beiden Mitarbeiterinnen (Bild unten, Mitte).

Gisela und ich, wir hatten es uns beim NABU gemütlich gemacht, tranken mitgebrachten Kaffee und beobachteten bei wieder schönem Wetter die drei Storchenkinder. Sie waren alle ganz unruhig und warteten schon lange auf Futter. Aber es schien so, als wollten die Storcheneltern die Kinder "aus dem Haus" treiben, sie aus dem Nest locken, damit sie lernen, selbständig Futter zu suchen.

ENVI, der Erstgeborene, hatte schon öfter das Nest verlassen, was wir als Internetbesucher bereits mit einem tränenden und lachenden Auge verfolgten. Hier sahen wir nun von einer anderen Perspektive, wie ENVI nur eine kleine Runde drehte und sich auf das NABU-Dach, auf dem eine Nisthilfe angebracht war, versuchte niederzulassen. Er schien nicht besonders glücklich "gelandet" zu sein, er stakste umher und überlegte geraume Zeit, ob er nicht wieder in das Nest zurückfliegen sollte.

Für die Internetbesucher schien es so, als wäre ENVI eine ganze Weile weg und manche glaubten, er sei auf einer nahe gelegenen Wiese gelandet. Weit gefehlt! Das Nest liegt an einer stark befahrenen Straße und um auf die Wiese zu kommen, müssen die Storchenkinder schon ein wenig flugsicherer sein.

Als ein Elternteil zum Füttern ankam, war ENVI noch auf dem Dach. Erst nach - für mich - langer Zeit, bequemte er sich am "Gabentisch" im Horst teilzunehmen. Hier einige Fotos von dieser Begebenheit.

Unsere Tagestour ging zurück über Müschen (auch ein schönes Storchennest), Burg, Straupitz, Neu Zauche an unseren Ausgangspunkt Biebersdorf zurück. Es war eine milde, laue, auch mückenfreie Nacht, die wir vor meinem Zimmer im Garten bis 1/2 2 Uhr morgens verbrachten. Es gab viel zu erzählen....

Der nächste Tag.....